Es gibt gleichfalls – und das wohl in jeder Kultur, in jeder Zivilisation –
wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft
hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplazierungen oder Widerlager,
tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der
Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind,
gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet
werden können.
An die heterotopischen
Orte Michel Foucaults
lehnt das vorliegende
Kunstprojekt an und
widmet sich diesen
realisierten Utopien
und deren kollektiver
sowie individueller
Funktion innerhalb einer
Gesellschaft.
Interdisziplinär werden
für diese Installation
Kunst- und
Ausdrucksformen
befragt, deren unterschiedliche
Ebenen
der Projektion
sich übereinander legen, sich ergänzen und
die sichtbare Metamorphose der Existenz
aufdecken.
Die Konzeptualisierung der Identität entlässt
den Menschen in die Individualität seiner
Gedanken. Dort experimentiert er die Fragen,
die Möglichkeiten und die Grenzen der
Vermittelbarkeit seiner Ideen. Das Projekt bietet
eine rationale und emotionale Konfrontation mit
der Außenwelt, denn die Fragen der Menschen
heute sind individuell, kollektiv und global.
Die Künstler
schaffen einen
Raum, in dem
F a n t a s m e n ,
Ä n g s t e ,
Desillusionen einer
Gesellschaft, die sich mehr und mehr in den Zeit-
Raum des Einzelnen drängt, aufeinandertreffen
und ermutigt, durch ein Leben bis an die
Grenzen der Konvention und der Transgression
alternative Wege zu erdenken.
Archaisch, unbewusst begibt sich der Besucher
auf den Weg der Kognition und blättert in den
Schichten seines Seins wie in einem Buch vor
und zurück.
Eine im höchsten Maße intime, persönliche
Welt, in der enigmatische Figuren und Gestalten
symbolträchtige Geschichten erzählen.
Das radikal philosophisch-soziologische
Anliegen bindet die Kunst bedingungslos
in den Prozess der Emanzipation und des
eigenständigen Denkens der Menschen ein.
